Geflüchtete sind willkommen

  • Gesellschaft für Interkulturelles Zusammenleben (GIZ e.)

    GIZDie Gesellschaft für Interkulturelles Zusammenleben hat gemeinsam mit Studenten der Design Akademie Berlin und dem Register Spandau einen Film hergestellt, in dem um Toleranz und faires Zusammenleben geworben wird:
    https://giz.berlin/projects/registerstelle-spandau.htm

    1. September 2016   |   Weltfriedenstag
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  • Papst Franziskus
    „Es ist ein Krieg um Interessen, ein Krieg um Geld, ein Krieg um Ressourcen der Natur.“

    Auf seinem Flug von Rom nach Krakau am 27. Juli 2016 zum katholischen Weltjugendtag machte Papst Franziskus deutlich, dass er die Welt derzeit in einem Kriegszustand sieht: „Wir dürfen keine Angst haben, die Wahrheit zu sagen: Die Welt ist im Krieg, weil sie den Frieden verloren hat“, sagte er. Er spreche nicht von einem Krieg der Religionen, alle Religionen wünschten sich Frieden. „Es ist ein Krieg um Interessen, ein Krieg um Geld, ein Krieg um Ressourcen der Natur.“

    28. Juli 2016
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus-zum-weltjugendtag-in-polen-streit-um-fluechtlinge-a-1105077.html
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  • Offener Brief

    An den Bundesminister des Innern Herrn Dr. Thomas de Maizière |  Alt Moabit 140, 10557 Berlin

    An die ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder  |  c/o Bundesrat, 11055 Berlin

    Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister,
    sehr geehrte Herren Innenminister und Innensenatoren,

    Frauen aus den Mitgliedsverbänden der Evangelischen Frauen in Deutschland engagieren sich seit Jahren in der Arbeit mit und für Geflüchtete und verstärkt seit dem Sommer letzten Jahres, als so viele von ihnen in unser Land gekommen sind.

    In besonderer Weise beschäftigt uns die Situation der geflüchteten Frauen hier in unserem Land. Für uns ist es in keiner Weise nachvollziehbar, warum im Asylpaket II nicht von der besonderen Schutzbedürftigkeit von Frauen und ihren Kindern die Rede ist. Und dies auch deshalb nicht, weil in der EU-Aufnahmerichtlinie die Mindestanforderungen für die Aufnahme von Asylsuchenden in der EU formuliert sind – insbesondere in Artikel 18 (4) und Artikel 25 (1). In Artikel 25 geht es um den Zugang zu medizinischer und psychologischer Hilfe.

    Auch Ihnen dürfte nicht entgangen sein, dass viele Frauen in den Unterkünften wiederholt Gewalt erfahren haben: von ihren Ehemännern, von geflüchteten Männern und auch vom Securitypersonal.

    Die Frauen hatten gehofft, bei uns in Sicherheit zu sein!

    So fordern wir Sie auf, dafür zu sorgen, dass umgehend

    • für Frauen und ihre Kinder getrennte Unterkünfte, getrennte abschließbare Schlaf- und Waschräume für Männer und Frauen, separate Toiletten, Küchen und Aufenthaltsräume eingerichtet werden.

    Da die Zahl der Geflüchteten zurückgegangen ist, können bestehende Einrichtungen umorganisiert werden.

    Ferner erwarten wir,

    • dass in allen Unterkünften, Anlaufstellen für Geflüchtete umfassende, zielgruppengerechte Informationen zum Thema Gewaltschutz und Hilfsangebote in den unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung gestellt werden;
    • dass das Securitypersonal geschult, überprüft und bei gewalttätigen Übergriffen sofort entlassen wird;
    • dass ein schneller und unbürokratischer Zugang zu Frauenhäusern geregelt wird, diesen auch die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden.

    Viele Frauen, die gekommen sind, sind traumatisiert infolge der in ihren Heimatländern und auf der Flucht gemachten Erfahrungen. Um überhaupt eine Basis für Integration herstellen zu können, ist der

    • Zugang zu medizinischer und psychologischer Behandlung zu gewährleisten und entsprechende Fachleute dafür zu finanzieren. Immer noch gibt es zu wenige Angebote.

    Ein Letztes noch: sehr viele Menschen engagieren sich. Sie erfahren viel über das Leid dieser Menschen, sie sehen aber auch, was alles fehlt, was gebraucht wird, wie schwerfällig die Bürokratie ist, wenn schnelle Hilfe erforderlich ist, u. ä.. Es wäre hilfreich und stabilisierend, wenn es in den Ländern kostenlose Angebote für Supervision und Beratung für die ehrenamtlich Helfenden gäbe.

    In der großen Hoffnung, dass Sie mit uns die Notwendigkeit für ein schnelles Handeln teilen,

    Evangelische Frauen in Deutschland e. V

    Kontaktanschrift:
    Susanne Kahl-Passoth, Vorsitzende, Berliner Allee 9-11, 30175 Hannover
    3. Juni 2016
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  • Petition an die EU: Sanktionen gegen Syrien aufheben

    Mitte Mai erschien auf der Petitionsplattform Change.org unter dem Titel »Basta sanzioni alla Siria e ai Siriani« ein Appell hoher christlicher Würdenträger aus Syrien, unter ihnen der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, mit der Forderung, die Sanktionen gegen das arabische Land unverzüglich aufzuheben. Inzwischen fand sie mehr als 4.300 Unterstützer:

    2011 hat die Europäische Union beschlossen, Wirtschaftssanktionen gegen Syrien zu verhängen. Die EU stellte sie als »Sanktionen gegen Persönlichkeiten des Regimes« dar. Tatsächlich verhängte sie gegen das ganze Land ein Ölembargo, eine Blockade jeglicher Finanztransaktionen und ein Handelsverbot für sehr viele Güter und Produkte. Diese Maßnahmen sind immer noch in Kraft. Dagegen wurde 2012 aufgrund einer schwer verständlichen Entscheidung das Ölembargo für die Regionen aufgehoben, die von der bewaffneten und dschihadistischen Opposition kontrolliert werden. Dadurch sollen offenkundig den sogenannten revolutionären Kräften und der Opposition wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

    In diesen fünf Jahren haben die Sanktionen gegen Syrien dazu beigetragen, die syrische Gesellschaft zu zerstören: Sie lieferten sie dem Hunger, Epidemien und Elend aus und arbeiten somit den Milizen von Fundamentalisten und Terroristen, die heute auch in Europa zuschlagen, in die Hand. Die Sanktionen vergrößern die Schäden durch den Krieg, der bereits zu 250.000 Toten, sechs Millionen Binnenvertriebenen und vier Millionen Flüchtlingen geführt hat.

    Die Situation in Syrien ist verzweifelt: Es fehlt an Lebensmitteln, es herrscht eine große Arbeitslosigkeit, medizinische Behandlungen sind unmöglich geworden, Trinkwasser und Strom sind rationiert. Dazu kommt, dass das Embargo die Syrer, die sich bereits vor dem Krieg im Ausland niedergelassen haben, daran hindert, ihren Verwandten oder Familienangehörigen im Heimatland Geld zu überweisen. Selbst Nichtregierungsorganisationen, die Hilfsprogramme durchführen möchten, können ihren Mitarbeitern in Syrien kein Geld schicken. Firmen, Stromwerke, Wasserwerke, und Krankenhäuser sind gezwungen zu schließen, weil sie keine Ersatzteile und kein Benzin bekommen können.

    Heute sehen die Syrer nur eine Möglichkeit für das Überleben ihrer Familien: die Flucht aus ihrem Land. Aber auch diese Lösung stößt auf nicht wenige Schwierigkeiten und führt zu hitzigen Auseinandersetzungen innerhalb der Europäischen Union. Es kann nicht sein, dass die Flucht die einzige Lösung ist, die die internationale Gemeinschaft diesen Menschen in ihrer Not noch lässt.

    Wir unterstützen deshalb alle Initiativen humanitären Charakters und alle Initiativen für den Frieden von seiten der internationalen Gemeinschaft, insbesondere die schwierigen Verhandlungen in Genf. In der Erwartung und der Hoffnung, dass sie nach so vielen bitteren Enttäuschungen ein konkretes Ergebnis bringen, fordern wir, dass die Sanktionen, die im tagtäglichen Leben jedes Syrers zu spüren sind, unverzüglich aufgehoben werden. Ohne konkrete Anstrengungen für die Menschen, die heute unter den Folgen des Embargos leiden, kann es nicht zu dem ersehnten Frieden kommen. Die Auswirkungen des Embargos lasten auf dem ganzen Volk.

    Das Gerede über die Kriegsflüchtlinge aus Syrien sieht nach purer Heuchelei aus, solange man gleichzeitig diejenigen, die in Syrien bleiben, weiter aushungert, ihnen die medizinische Versorgung, Trinkwasser, Arbeit, Sicherheit und die elementarsten Rechte verweigert.

    Wir wenden uns deshalb an die Abgeordneten und Bürgermeister jedes Landes, damit die Bürger der Europäischen Union (bis heute absolut unwissend) über die Ungerechtigkeit der Sanktionen gegen Syrien informiert werden und die Sanktionen endlich Gegenstand einer ernsthaften Debatte und entsprechender Beschlüsse werden.

    Unterzeichner:
    Georges Abou Khazen, Apostolischer Vikar von Aleppo
    Pierbattista Pizzaballa, Kustos emeritus des Heiligen Landes
    Josef Tobji, Erzbischof der Maroniten von Aleppo
    Boutros Marayati, Armenischer Bischof von Aleppo
    Die Schwestern der Kongregation des heiligen Josef der Erscheinung des    Krankenhauses »Saint Louis« von Aleppo
    Ordensgemeinschaft der Trappistinnen in Syrien
    Dr. Nabil Antaki, Arzt in Aleppo von der Ordensgemeinschaft der Gesellschaft Maria
    Die Schwestern der Kongregation der immerwährenden Hilfe – Zentrum für Minderjährige und Waise von Marmarita
    Pater Firas Loufti, Franziskaner
    Jean-Clément Jeanbart, griechisch-orthodoxer Erzbischof von Aleppo
    Jacques Behnan Hindo, syrisch-katholischer Bischof von Hassake – Nisibi
    Mtanios Haddad, Archimandrit der katholisch-melkitischen Kirche
    Hilarion Capucci, emerit. Erzbischof der melkitischen griechisch-katholischen Kirche
    Ignaz Youssef III Younan, Patriarch der unierten syrisch-katholischen Kirche von Antiochien
    Georges Masri, Prokurator beim Heiligen Stuhl der syrisch-katholische Kirche
    Gregor III Laham, Patriarch der melkitisch griechisch-katholische Kirche

    Übersetzung aus dem Italienischen: Bernd Duschner
    Die Langfassung der Petition (Italienisch):
    https://bastasanzioniallasiria.wordpress.com/
    Die Petition:
    https://www.change.org/p/parlamentari-sindaci-basta-sanzioni-alla-siria-e-ai-siriani

    30. Mai 2016
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  • Spenden für wärmende Geschenke für Flüchtlingskinder

    Wie schon im vergangenen Jahr, wird es auch in diesem Jahr wieder Weihnachtsfeiern für die Kinder in den Spandauer Flüchtlingseinrichtungen geben. Organisiert werden sie von Evangelische Kirchengemeinden, der Arbeitsgruppe Asyl der Evangelischen Kirche Spandau gemeinsam mit anderen engagierten Gruppen und Ehrenamtlichen.
    Diesmal soll es wärmende Geschenke geben: Bunte Mützen, Schals und Handschuhe für die kalte Jahreszeit in Deutschland! Die Aktion „Weihnachten für alle“ wird die vielen Päckchen liebevoll packen.
    Wenn Sie helfen wollen, können Sie mit 10 Euro eine Geschenketüte finanzieren und damit einem Kind eine Freude bereiten!
    Bankverbindung: KKV Berlin Nord-West Ev. Bank eG
    IBAN DE07 5206 0410 0003 9011 22 BIC GENODEF1EK1
    Stichwort: AG Asyl Weihnachtsspende

    Pressemeldung des Ev. Kirchenkreises Spandau 3. 12. 2015
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  • Flüchtlinge in Berlin: Ist das dieses „Wir schaffen es nicht“?

    In seiner neuesten Pressemitteilung erzählt das Berliner Lageso, das Landesamt für Gesundheit und Soziales, von allerlei Fortschritten in der Versorgung von Flüchtlingen. Mehr und schnellere Registrierungen, mehr Betreuung, mehr Kinderschutz, unbürokratische Verlängerung von Kostenübernahmen. Es klingt super.

    Eine Woche nach Erscheinen der Pressemitteilung: Es ist zwei Uhr nachts, ein Grad Celsius. Hundert, vielleicht zweihundert Männer warten zusammengepfercht zwischen Gittern vor dem Lageso-Gelände. Ihre Anzahl ist schwer zu schätzen, weil sie so gequetscht stehen. Die, die ganz vorne sind, stehen seit 20 Uhr hier. Die Menschen werden bis vier Uhr morgens hier stehen, wenn das Tor zum Gelände geöffnet wird, sich dann einmal kurz bewegen und dann weiter warten. Die, die am längsten stehen konnten und am schnellsten gerannt sind, werden als erste in der Terminvergabe drankommen. Das Amt öffnet um 9 Uhr morgens.

    Die deutsche Hauptstadt im 21. Jahrhundert: Eine politische Situation, in der nur die körperlich Fittesten weiterkommen und darauf hoffen dürfen, ein Grundrecht gewährt zu kriegen. Wer nicht fit genug war, muss am nächsten Tag wieder kommen. Beziehungsweise in der nächsten Nacht, immer wieder. Olivia, eine 23-jährige freiwillige Helferin von der Initiative „Nachts vor dem Lageso“, erzählt von einem Fall, bei dem es 57 Tage dauerte, bis die Person überhaupt registriert war. Es gibt inzwischen eine Online-Petition an Vertreter des Landes Berlin.

    Dass nur Männer in dieser Nacht vor dem Gelände ausharren, liegt daran, dass Frauen und Kinder seit ein paar Nächten in ein beheiztes Zelt dürfen. Die Männer müssen mit den zwei Reisebussen auskommen, die privat gesponsert werden. Natürlich verlieren die Menschen dadurch, dass sie sich aufwärmen, ihren Platz in der Schlange.

    Eigentlich gibt es fünf Zelte wie das, in dem die Frauen und Kinder sind. Vier davon stehen nachts leer, hell erleuchtet, wie Mahnmale der Idiotie. Die Männer könnten dort warten. „Das ist keine Flüchtlingskrise, das ist eine Verwaltungskrise“, sagt Olivia. „Wir kaschieren das nur.“ Die Ehrenamtlichen helfen mit Kleidung, Decken, Wasser, Tee, warmen Mahlzeiten und Süßigkeiten. Das Lageso und das Land Berlin bieten: Einen Bürgersteig zum Warten. Absperrgitter. Security und Polizei. Es gibt für die Männer, die hier draußen warten, nicht einmal eine verdammte Toilette.

    „Das ist wie Massentierhaltung, den Leuten wird jede Würde genommen“, erzählt Helferin Olivia. „Wir haben Angst, dass es hier Kältetote geben wird, wenn die Verantwortlichen nicht endlich reagieren.“

    Die Lage vor dem Amt soll abschrecken

    Die Verantwortlichen wären Lageso-Präsident Franz Allert und Mario Czaja (CDU), Berlins Senator für Gesundheit und Soziales. Es wäre, neben sehr vielen grundlegenden Dingen, auch Kleinkram, den sie tun könnten, um die Situation zu verbessern. Die Leute nachts in die Zelte lassen, zum Beispiel. Viele von denen, die täglich hier helfen, gehen davon aus, dass es politischer Wille ist: Die Lage vor dem Amt soll abschrecken.

    „Deutschland ist ein Organisationsland“, sagt A., der in einem kleinen Bus steht und Tee und Essen verteilt, „aber nur, wenn sie wollen. Ich glaube, sie wollen gar nicht. Sie wollen, dass die Leute leiden.“ Es sieht stark danach aus. Das „Wir schaffen das nicht“ der letzten Wochen und Monate wird hier vor dem Lageso zur Farce.

    Alle Übersetzer, die nachts hier arbeiten, sind Freiwillige. Ich frage einen Polizisten, warum es keine Polizistinnen oder Polizisten hier gibt, die arabisch sprechen. „Ja, das ist eine der vielen Fragen hier… das weiß man nicht, warum das hier so ist, und was hier politisch gewollt ist.“ Für weitere Fragen verweist er an die Pressestelle.

    Um kurz vor vier geht das Tor auf. Anders als bisher lässt die Polizei die Menschen einzeln rein. Als die Securityfirma Gegenbauer den Einlass machte, wurde einfach ein großes Tor geöffnet, und es gab jedes Mal einen „Dammbruch“, wie die Helfer sagen. Die Menschen rannten los, einige fielen um, verfingen sich in den Absperrgittern, es gab Beinbrüche.

    Die Leute rennen jetzt nicht mehr übereinander, sondern erst auf dem Weg zur zweiten Schlange. Ein Mann mit einer Beinverletzung wird zum Krankenwagen gebracht. Ein Syrer mit zwei Kindern sagt, er hat seit zehn Tagen keinen Schlafplatz mehr. Der achtjährige Junge hat nur noch eine funktionierende Niere. Er kramt in der Plastiktüte, die er bei sich trägt, holt eine Packung Kekse raus und gibt seiner kleinen Schwester einen Keks und mir auch einen. Ich muss mich zusammenreißen nicht zu heulen. Niemand heult hier.

    Bis fünf Uhr sind zwei Menschen kollabiert. Um halb sechs fängt es an, ein bisschen zu schneien.

    Die Flüchtlinge sind nicht das Problem

    Von dem angeblich so schlechten Benehmen der jungen Flüchtlinge ist übrigens nichts zu sehen. Ich habe als Essensverteilerin schon andere Situationen gesehen: 2005 auf dem Weltjugendtag in Köln. Das Ende des Weltjugendtages wurde mit einem Open-Air-Gottesdienst mit dem Papst gefeiert. Wir waren als Freiwillige eigentlich dafür zuständig, den Leuten – über eine Million – abgepackte Tüten zu geben, die für eine Nacht reichten. Weil nicht klar war, wie viel pro Person ausgegeben werden sollte, wurde das Essen unsortiert verteilt, was dazu führte, dass die Menschen uns das Zeug aus den Händen rissen wie hungrige Tiere. Leute liefen weg mit 20 Bananen, einer Kiste Brötchen oder 30 Packungen Vanillemilch. Für eine Nacht. Es war widerwärtig. Dagegen benehmen sich die Flüchtlinge ordentlicher als die Queen beim Staatsempfang.

    Sie stehen in der Schlange, ab und zu fragt einer nach Tee. „Smoking is schlecht“, sagt einer der Männer zu einer Helferin. „I know, I know“, sagt sie, und dann lachen beide.

    Kurz vor sechs. Vor dem Lageso-Gelände liegen ein paar Decken, Becher und Tetrapaks auf dem Boden. Ein Mann, der in der Staatsanwaltschaft arbeitet, fotografiert den Müll. „Ist ja wohl kein Zustand hier“, sagt er. Nein, ist es nicht. Nach dem Weltjugendtag in Köln sah es so ähnlich vermüllt aus, wobei, nein, eigentlich noch zehnmal schlimmer.

    Die Flüchtlinge sind in dieser Krise nicht das Problem.

    Margarete Stokowski, SPIEGEL ONLINE, 26.11.2015
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  • Hilfsmöglichkeiten

    Warmes und mehr für junge Flüchtlinge
    Warmes zum Anziehen für die kalten Tage wird dringend für die 60 minderjährigen Jugendlichen gesucht, die ohne erwachsene Begleitung überwiegend aus Syrien, Afghanistan und Nordafrika nach Deutschland geflohen sind. Die 14 bis 18 Jahre alten, männlichen Jugendlichen leben in einer Einrichtung in Spandau und brauchen nun vor allen Dingen warme Anziehsachen und Materialien für den Deutschunterricht und zum Malen.

    Benötigt werden
    • Kleidung für junge Männer in den Größen SX und L:
    Pullis, Hosen, Jacken, Socken (ungetragen), Unterwäsche (ungetragen)
    • Männerschuhe in den Größen 40 bis 45.
    • (Collage-)Blöcke, Kugelschreiber, Filzstifte, Malblöcke usw.
    • Menschen, die Deutschunterricht anbieten wollen

    Bitte die Materialien und die sauberen, gut erhaltenen Anziehsachen bis zum 20. September 2015 zu folgenden Stellen bringen (die Spenden werden dann gemeinsam und sortiert an die Betreuungseinrichtung weitergegeben):

    • AJAKS, Arbeitsstelle für Jugendarbeit, Carls-Schurz-Str. 53, 13597 Berlin / Mo. 9-12 Uhr, Di. 10-15 Uhr, Do. 11-16 Uhr
    • Kirchengemeinde Gatow, Plievierstr. 3, 14089 Berlin / Mo. und Mi. 10-13 Uhr, Di., Fr. 15-18 Uhr
    • Kirchengemeinde Kladow, Kladower Damm 369, 14089 Berlin / Mo., Do., Fr. 9-13 Uhr, Mi. 14-18 Uhr

    Unterstützung für die Flüchtlinge in der Schmidt-Knobelsdorff-Kaserne
    1600 Flüchtlinge sind in der Schmidt-Knobelsdorff-Kaserne in der Spandauer Wilhelmstadt untergebracht. Über die Lage dort, den Bedarf an Spenden und die Möglichkeit aktiv zu werden informiert die Seite www.wilhelmstadt-hilft.org/. Dort kann man sich auch direkt für Helferschichten eintragen.

    Alle weiteren Anfragen beantwortet gern die
    Gesellschaft für interkulturelles Zusammenleben e.v.
    Die Integrationslotsin Frau Dilek Kirak nimmt ab sofort alle Hilfsangebote auf und koordiniert die Hilfen mit allen Spandauer Einrichtungen für Flüchtlinge. Zu erreichen ist Frau Kirak montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 030 – 513 0100 51.

    14. September 2015
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  • Widmung

    150517 Platzwidmung-page-kompr.Der Gemeindekirchenrat der Ev. Zufluchtskirchengemeinde hat beschlossen, das Gelände der Gemeinde an der Westerwaldstraße mit folgenden Worten geflüchteten Menschen zu widmen:

    Die Evangelische Zufluchtskirchengemeinde widmet ihren Platz an der Westerwaldstraße für ein Jahr allen geflüchteten Menschen, die in den Fluten des Mittelmeeres ertranken, als sie ihr Recht auf ein besseres Leben geltend machten.
    Sie bereiteten dem großen Schweigen über das Sterben an Europas Grenzen ein Ende.
    Ihr Leben hier ist oftmals sicherer.  Nicht immer leichter.
    17. Mai 2015

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  • Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz stellt ihre Arbeit mit Flüchtlingen auf eine neue Grundlage   |   Pressemitteilung vom 27. März 2015

Geplant ist, unter dem Namen „Flüchtlingskirche“ in Räumen einer noch zu bestimmenden Kirche in Berlin einen Ort für die Beratung und für Begegnungen von und mit Flüchtlingen zu schaffen. Das Team der Flüchtlingskirche soll auch Ansprechpartner in Flüchtlingsfragen für die gesamte Landeskirche sein. Träger der Flüchtlingskirche wird der Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte in Zusammenarbeit mit der Landeskirche werden. Die Kirchenleitung wird einen „Beirat Flüchtlingskirche“ berufen, in dem die EKBO ab 1. Juni 2015 unter anderem durch Pfarrerin Barbara Killat, Landespfarrerin für Migration und Integration, vertreten sein wird. Bis dahin nimmt das Berliner Missionswerk in Abstimmung mit dem Kirchenleitungsausschuss für Migration und Integration deren Aufgaben wahr.

Eine mobile Beratung mit zwei Mitarbeitenden wird das dezentrale Engagement von Kirchengemeinden, ehrenamtlichen Initiativen und Kirchenkreisen für Flüchtlinge in Brandenburg und in der schlesischen Oberlausitz begleiten und unterstützen.

Für die Seelsorge in den Abschiebungshafteinrichtungen Berlin, Eisenhüttenstadt und im Flughafengewahrsam wird zudem eine halbe Pfarrstelle geschaffen.

Eine interaktive Internetseite soll Informationen bündeln und vernetzen.

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  • LOGO KunstasylKunstasyl – ein Projekt für Geflüchtete und Asylsuchende. In der Staakener Straße in Spandau

     

    Auswirkung von Migration, Flucht und Vertreibung auf die lokale Gesellschaft
    “Wenn es zum Krieg kommt, sind wir alle Flüchtlinge – und wer auf der Welt will uns dann haben?” Das Kunstprojekt KUNSTASYL beschäftigt sich bis Mitte dieses Jahres mit Migration, Flucht und Vertreibung und untersucht deren Auswirkungen auf die regionale Gesellschaft. Es will ausprobieren, wie auch unter den provisorischen Bedingungen der Unterbringung in einem Heim von und mit den Bewohnern ein Stück selbstgestalteter Wohnraum geschaffen werden kann.
    Das Projekt Kunstasyl versucht das Flüchtlingsheim in der Staakener Straße und seine Bewohner durch künstlerischen Aktionen und Eingriffen sichtbar zu machen und die Kommunikation nach innen und außen zu stärken.
    Mit den Bewohnern sollen Ideen zur Gestaltung des Umfeldes entwickelt, deren Umsetzung geplant und gemeinsam durchgeführt. Dabei werden auch Kooperationen mit Initiativen, Institutionen und Einzelpersonen außerhalb des Heimes angestrebt.

    Denkbar wären folgende Aktionen:
    – Temporäre Fassadengestaltung
    – “Urban Gardening”
    – Bau multifunktionaler Objekte für den Außenbereich, die als Sitz- und                    Spielmöbel, sowie als Bühnenelemente vielfältig genutzt werden können
    – Gestaltung im Innenbereich, z.B. – dem Aufenthaltsraum, den Fluren etc.

    Dem Menschen auf der Flucht lassen wir unser Mitgefühl zukommen: Er musste seine Heimat verlassen, vielleicht verliert er sie unwiederbringlich, er ist in Lebensgefahr. Hat er unser sicheres Ufer erreicht, sind die Gefühle zwiespältig. Im Ankunftsland sorgt man sich um die eigene Heimat, verunsichert durch die Ankunft der Fremden, der Vielen. Die Situation derjenigen, die es hierher geschafft haben, bleibt prekär.

    Flucht ist eine Erfahrung, die einigen in Deutschland noch sehr bewusst ist. Während des 2. Weltkriegs waren viele Deutsche auf der Flucht und machten die unterschiedlichsten Erfahrungen mit der Aufnahmebereitschaft der Länder Europas und anderswo. Mit dieser Frage haben die Länder und Kommunen in Europa und eben auch in Deutschland aktuell umzugehen.

    Kampf um Teilhabe und die Möglichkeit arbeiten zu dürfen:
    Der besetzte Oranienplatz und die Gerhard-Hauptmann-Schule in Kreuzberg wurden zur Versinnbildlichung der Wünsche und Forderungen von Menschen mit ungeklärtem Status: Sie wollen keine Zuweisung in ein Heim, sie kämpfen um selbst bestimmten Raum, Bewegungsfreiheit und die Möglichkeit arbeiten zu dürfen, d.h. innerhalb der Gesellschaft tätig zu werden.
    Die Forderung nach dem uneingeschränkten Bleiberecht, ist die Forderung nach Teilhabe. Eine Auseinandersetzung mit „Flucht“ ist die Beschäftigung mit Heimat und Heimatlosigkeit, ist die Beschäftigung mit Raum.
    Die Unterbringung von Zuwanderern ist ein brisantes Dauerthema. Viele Menschen leben oft jahrelang sozial isoliert in Heimen, weil sie keine Wohnung finden, andere landen auf der Straße, tauchen ab.

    KUNSTASYL stellt sich die Frage:
    Wie kann das Wohnen – im Gegensatz zur “Unterbringung”- von Geflüchteten/ Asylbewerbern selbst mitgestaltet werden? Wie können vorhandene Strukturen verändert, ergänzt und er weitert werden und wie gelingt es, die Geflüchteten/ Asylbewerber an der Gestaltung dies es Raumes zu beteiligen?
    Welche Konzepte und Handlungsstrategien können über den Katalysator der künstlerischen Arbeit gemeinsam von Ansässigen und Einwanderern entwickelt werden, um die provisorische Situation des Ankommens in ein integriertes Bleiben zu verwandeln.

    Zur Durchführung des Projektes werden noch Materialien benötigt. KUNSTASYL freut sich sehr über Spenden von
    – Holz, Baustoffen
    – Werkzeug, von Hammer und Säge über Akkuschrauber bis zur Werkbank
    – Farbe, Pinsel
    – Schrauben, Nägel, …
    – Nähmaschinen
    – Willkommen sind auch BVG-Fahrscheine, Kino-, Theater-, Konzertgutscheine
    – Eine Stadtführung o.ä.
    – Bücher, Spiele, Handy, Computer

    Kontakt:
    Barbara Caveng
    daheim@kunstasyl.net
    kunstasyl.net
    caveng.net
    FON: 0171 756 00 28
    Wer Spenden möchte, melde sich bitte per E-Mail an daheim@kunstasyl.net
    oder mobil unter 0171 756 00 28

    Veröffentlicht am 1. März 2015
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  • Zitat

    Zirka 100.000 Deutsche arbeiten für den Export von Kriegsgütern. Wir verdienen daran. (…) Und wir wundern uns dann, wenn einige Opfer von Gewalt an unsere Türen klopfen?

    Kardinal Rainer Woelki laut Redemanuskript in seiner Silvesterpredigt im Kölner Dom, wie dpa am 31. 12. 2014 berichtete.

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  • Bericht

„… Im vergangenen Jahr waren laut UNO weltweit mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht – so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Neun von zehn Migranten wurden von Entwicklungsländern aufgenommen.“

Und hier ist mehr über die tödliche Abschottungspolitik der europäischen Länder zu finden: http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-europas-toedliche-grenzen-multimedia-reportage-a-989815.html

Spiegel online am 10.09. 2014